Macrons Kreisverkehr an der Angel

2002 habe ich ein Werk veröffentlicht, das unmittelbar an den Grundfesten rüttelt um zu zeigen, dass der Mensch seine Schwerkraft verloren hatte, weil er aufgehört hatte um das Objekt seines Fantasmas zu kreisen, und dass er sich, zum Preis der Untreue sich selbst gegenüber, von den  aufreizenden aber künstlichen Objekten des Marktes davon abbringen ließ. Die Bestätigung haben wir 15 Jahre später durch die überstürzte Eile des Volkes, in das zu investieren, was die Stelle eines Objekts des Zentrums der Schwerkraft einnehmen könnte, weder privat noch aus Profitgier, sondern sich gemeinsam Angeeignetes: der Kreisverkehr (rondpoint). Er stützt einen Mangel, der das Begehren nach Bedürfnis mit dem Bedürfnis des Begehrens in Verbindung bringt, und vermischt somit die sozialen Klassen, die gegenseitig durch einen Spiegel versöhnt werden.

Ich weiß nicht mehr, wo ich gelesen habe, dass das Land 80 Milliarden ausgegeben hat um diese Kreisverkehre zu errichten,  die es geschafft haben, gerade Linien in einen Knoten zu verwandeln; die Beitragsleistenden, denen langsam die Luft ausgeht, fordern heute eine Rendite um wieder durchatmen zu können.

Die Schwierigkeit besteht darin, dass der Regierung geantwortet wird: keinen Kreuzer (point de rond); und begnügt euch damit den Macker zu machen (faire le mac).

Wie kann das enden?

Entweder entscheidet man sich, und sei es auch mit Bedauern, die Kreisverkehre auf den Exportmarkt zu bringen, denn das Ausland beneidet uns sicherlich um sie; oder aber man hat die Kühnheit, sie in quadratische Plätze zu verwandeln, wodurch man gleichzeitig endlich das Problem der Quadratur des Kreises löste.

Aber als gute Demokratie braucht es hierfür einen Volksentscheid, denn man kann sich auf den Vorschlag anderer Formen gefasst machen: Putins Stern, das (gelbe) Lächeln des chinesischen Präsidenten, ja sogar die Swastika. Schlagt aber nicht den Torus vor, man wird euch sagen, dass ihr gerade in dem Moment, an dem man die Baguette zum UNESCO-Weltkulturerbe machen will, versucht, den Bagel zu verkaufen …

Also keine Mac(k)ron(e) oder Baguette für alle? 

Aber ich weiß gar nicht mehr, was ich da unter Schlägen sage, Sie vielleicht.

P.S.! Das was man „Populismus“ nennt, ist die Manipulierung der Signifikanten mit der „manifesten“ Logik des Unbewussten, das heißt, des Traums. Manchmal als Tagtraum und imstande die Wirklichkeit zu gestalten!

Ch. Melman

19 05 09

Traduction en allemand par Johanna Vennemann

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