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Freund oder Schüler ?

MELMAN Charles
Date publication : 29/06/2018
Dossier : Traduction éditoriaux

 

In der Widmung, die mir Lacan damals mit seinen „Schriften“schickte, wurde ich als “sein Freund” benannt.

Ich habe heftig protestiert, weil ich meinte, der Verschwommenheit der Freundschaft den festen Status eines Schülers vorzuziehen.

Wo aber findet man die Definition dessen, was im Feld unserer Disziplin ein Schüler ist? 

Man kann diesbezüglich sicherlich auf ewig die Lehre des Meisters wiederholen, was allerdings keinesfalls die Anwendung dessen, was gelehrt wird garantiert. 

Man kann auch – und das passiert häufig – gespalten durch die für den Herren gehaltenen Signifikanten den entgegengesetzten Status annehmen: eine Art und Weise, die Auflösung der Übertragung unmöglich zu machen, in gewisser Weise eine Nicht-Schüler zu sein, wohl ein Schüler aber auf immer negativisiert. 

Nehmen wir an, der Schüler sei derjenige der, einmal die Abwesenheit im Anderen, dem sein Objekt des Fantasmas Abhilfe geschaffen hatte, anerkannt, daraus die Heimstätte einer neuen Subjektivierung machen würde, welche versuchte wenn möglich  das Symptom, aus dem das Unbehagen in der Kultur gemacht ist, zu lösen.

Für Lacan war das also das Fehlen eines sexuellen Verhältnisses dessen Konzeptualisierung selbst durch dieses Projekt gestaltet war.

Leider habe ich nie ein anderes Projekt angetroffen, von dem man gesagt hätte es sei besser, noch ein Konzeptualisierung, die anders gewesen wäre, denn diese wäre ihm angepasst worden.

Ich habe hingegen manchmal als Ende der Kur eine Legitimation der Neurose erlebt, die dadurch befreit worden war, dass sie das Schweigen des Anderen erfahren hatte. 

Ch. Melman - 20. Juni 2018

 

Übersetzung : Johanna Vennemann

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