Die jüngsten Empfehlungen der HAS (Haute Autorité de Santé – Hohe Gesundheitsbehörde) sind wenig überraschend und lassen, sollten sie sich bestätigen, langfristig eine staatliche Psychopathologie erwarten.
Das ist nicht verwunderlich: Seit mehreren Jahrzehnten wird die Psychoanalyse aufgefordert, sich an engstirnige und autoritäre Bewertungskriterien anzupassen, die bewusst die Bedingungen des Sprechens und der Sprache außer Acht lassen.
Diese Kriterien folgen mehreren unterschiedlichen Logiken, die zum gleichen Ergebnis führen: Strategie der umfassenden akademischen Eroberung durch den Kognitiv-Behaviorismus, politisch-administrative Logik der Bewertung und kurzfristigen Rentabilität, vorherrschende Ideologie eines biologisierenden Szientismus.
In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass die Psychoanalyse nicht nur eine akademische oder administrative Rubrik unter vielen anderen in der Kategorisierung von „psy” Methoden ist. Sie ist eine Tatsache der Zivilisation, genauso wie das Schreiben oder die Algebra.
Übertreibe ich? Aber wie soll man dann eine Erfindung bezeichnen, die auf völlig neue Weise das Unbewusste, die Verantwortung des Subjekts und die Unbeherrschbarkeit des Objekts in den Vordergrund rückt? Und dies nicht aus ideologischen Gründen, sondern allein aufgrund der Funktion, die das Wort und die Sprache ausüben. Denn die Psychoanalyse ist nichts anderes.
Nur von diesem Standpunkt aus konnte Freud die bis heute unübertroffene Darstellung seines Unbehagens vornehmen. Und von diesem Standpunkt aus entwickelt auch Lacan, ebenfalls mit einer nicht überholten Sichtweise, seine Ethik der Psychoanalyse, in der er die sadistischen Koordinaten des zeitgenössischen Genießens ankündigt.
Daran erinnert uns heute auf seine Weise die Axt* mit dem Dollarzeichen.
Lesen Sie, in Erwartung weiterer Maßnahmen, die ausgezeichnete Antwort unserer Kollegen von der EPEP auf diese Situation und die beigefügte Akte.
Stéphane Thibierge
+In frz. HACHE hört sich an wie HAS